Anleitung

Untertitel erstellen: aus der Tonspur zur fertigen SRT-Datei

Untertitel erstellen Sie heute am schnellsten, indem Sie die Tonspur automatisch transkribieren lassen und das Ergebnis als SRT-Datei herunterladen. Diese Datei laden Sie in YouTube Studio oder Ihr Schnittprogramm, prüfen Zeilenlänge und Lesegeschwindigkeit und korrigieren Namen und Fachbegriffe von Hand.

6 Min. Lesezeit · Aktualisiert

Hinweis: Die Oberfläche von mydubly ist auf Englisch. Deutsche Aufnahmen transkribieren, ins Deutsche übersetzen und eine deutsche Stimme erzeugen funktioniert trotzdem – nur die Schaltflächen sind englisch beschriftet.

Drei Wege zu Untertiteln im Vergleich

Wer Untertitel braucht, hat grundsätzlich drei Möglichkeiten. Welche passt, hängt davon ab, wie viel Zeit Sie haben, wie genau das Ergebnis sein muss und wo die Untertitel am Ende landen.

Von Hand tippen
Volle Kontrolle über jede Zeile; mit Programmen wie Subtitle Edit oder Aegisub gut machbar, aber zeitaufwendig
Automatische YouTube-Untertitel
Kostenlos und ohne Zusatzaufwand, aber nur auf YouTube nutzbar und ohne Kontrolle vor der Veröffentlichung
KI-Transkription mit SRT-Export
Schneller Entwurf als Datei, die Sie überall verwenden und vorher korrigieren können

Für die meisten Projekte ist der dritte Weg ein guter Mittelweg: Die Maschine erledigt das Abtippen und die Zeitstempel, Sie übernehmen die Qualitätskontrolle. Genau diesen Ablauf beschreibt diese Anleitung.

Was in einer SRT-Datei steht

SRT ist das am weitesten verbreitete Untertitelformat. Die Datei ist reiner Text und besteht aus nummerierten Blöcken. Jeder Block enthält eine laufende Nummer, einen Zeitbereich mit Start und Ende im Format Stunden:Minuten:Sekunden,Millisekunden und darunter den Text. Eine Leerzeile trennt die Blöcke voneinander.

Beispiel: ein SRT-Block

Zeile 1: 14 – Zeile 2: 00:01:12,480 --> 00:01:15,960 – Zeile 3: Für die Steuererklärung brauchen Sie zuerst Ihre Lohnsteuerbescheinigung. – danach eine Leerzeile vor dem nächsten Block.

Weil SRT so einfach aufgebaut ist, versteht es nahezu jede Plattform und jedes Schnittprogramm, von YouTube über VLC bis DaVinci Resolve. Einen Überblick über andere Formate wie VTT oder ASS gibt unser Beitrag zu Untertitelformaten (Englisch).

Untertitel mit mydubly erstellen

mydubly erzeugt Untertitel direkt aus der Tonspur Ihrer Datei. So geht es:

  1. Ziehen Sie Ihr Video in das Feld „Drop a video here“. Bei reinen Tonaufnahmen, etwa für einen Podcast mit Standbild, nutzen Sie „Drop audio here“.
  2. Lassen Sie „Full translation output“ beziehungsweise „Audio and text output“ ausgeschaltet. Für Untertitel genügt das Transkript mit Zeitangaben.
  3. Wählen Sie unter „Select language“ die gesprochene Sprache, dann entstehen Untertitel in der Originalsprache, ohne Übersetzung. Möchten Sie Untertitel in einer anderen Sprache, wählen Sie stattdessen die gewünschte Sprache.
  4. Starten Sie mit „Transcribe video“ oder „Transcribe audio“ und lassen Sie den Tab geöffnet.
  5. Klicken Sie auf „Download subtitles“. Sie erhalten die Datei subtitles.srt.

Die gesprochene Sprache wird automatisch erkannt. Ein paar technische Eigenschaften der Datei sollten Sie kennen: Sie ist in UTF-8 mit BOM gespeichert, Umlaute und ß werden also korrekt dargestellt, auch in Programmen, die bei anderen Kodierungen gern Zeichensalat produzieren. Und jeder Block besteht aus genau einer Zeile pro Sprechabschnitt. Das ist ein solider Ausgangspunkt, bei langen Sätzen aber oft mehr Text, als bequem in eine Zeile passt. Dazu gleich mehr. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Untertitel-Generator (Englisch).

Untertitel kostenlos erstellen: was realistisch ist

Viele suchen nach einer kostenlosen Lösung. Ehrlich betrachtet gibt es mehrere: Die automatischen Untertitel von YouTube kosten nichts, ebenso das manuelle Tippen in freien Programmen. Wer Whisper technisch versiert lokal auf dem eigenen Rechner installiert, zahlt ebenfalls nur mit Zeit und Rechenleistung.

Bei mydubly erhalten Sie nach der Registrierung 100 Gratis-Credits. Da Untertitel im Transkript-Tarif 1 Credit pro angefangener Minute kosten, mindestens 5 Credits pro Datei, reicht das für bis zu 100 Minuten Material. Danach laden Sie Credits ohne Abo auf.

Rechenbeispiel: ein Monat Social-Media-Clips

Zwölf Reels zu je knapp drei Minuten kosten wegen der Mindestabrechnung jeweils 5 Credits, zusammen 60 Credits; das Startguthaben von 100 Credits reicht für 20 solcher Clips. Ein einzelnes 60-minütiges Webinar kostet ebenfalls 60 Credits (US$ 0,06).

SRT-Datei bei YouTube hochladen

Auf YouTube werden hochgeladene Untertitel als eigene Spur angeboten, die Zuschauer ein- und ausschalten können. So gehen Sie vor:

  1. Öffnen Sie YouTube Studio und wählen Sie im linken Menü den Bereich für Untertitel.
  2. Wählen Sie das Video aus und legen Sie, falls noch nicht geschehen, die Videosprache fest.
  3. Fügen Sie bei der gewünschten Sprache Untertitel hinzu und entscheiden Sie sich für das Hochladen einer Datei.
  4. Wählen Sie die Option für Dateien mit Zeitangaben und laden Sie Ihre subtitles.srt hoch.
  5. Prüfen Sie in der Vorschau einige Stellen und veröffentlichen Sie.

Die Beschriftungen in YouTube Studio ändern sich gelegentlich, das Prinzip bleibt aber gleich. Wenn Sie Untertitel in mehreren Sprachen anbieten möchten, laden Sie pro Sprache eine eigene SRT-Datei hoch. Wie Sie vorhandene Untertitel in eine andere Sprache bringen, beschreibt der Artikel Untertitel übersetzen.

SRT in Schnittprogramme laden

Brauchen Sie die Untertitel im Schnittprogramm, etwa um sie zu gestalten oder dauerhaft ins Bild zu rendern, importieren Sie die SRT-Datei dort:

  • Premiere Pro: Die SRT-Datei lässt sich importieren und als Untertitelspur in die Sequenz ziehen. Schrift, Größe und Position passen Sie anschließend an.
  • DaVinci Resolve: Importieren Sie die Datei in den Media Pool und ziehen Sie sie auf die Timeline, dort erscheint sie als Untertitelspur.
  • Bei anderen Programmen hilft ein Blick in die Hilfe unter Stichworten wie „Untertitel importieren“ oder „Captions“.

Ob die Untertitel als zuschaltbare Spur oder fest im Bild landen sollen, ist eine eigene Entscheidung. Die Unterschiede und alle Wege dorthin erklärt der Artikel SRT-Datei in Video einfügen.

Zeilenlänge und Lesegeschwindigkeit prüfen

Ein Untertitel kann inhaltlich korrekt und trotzdem schlecht sein, nämlich dann, wenn er zu lang ist oder zu kurz stehen bleibt. Gute Untertitel sind auf einen Blick erfassbar.

Verbreitete Richtwerte im professionellen Untertitelbereich:

  • Höchstens zwei Zeilen pro Einblendung.
  • Etwa 37 bis 42 Zeichen pro Zeile, auf dem Smartphone im Hochformat eher weniger.
  • Eine Lesegeschwindigkeit, die deutlich unter dem Sprechtempo liegt. Viele Richtlinien bewegen sich grob zwischen 15 und 20 Zeichen pro Sekunde, bei Kinderprogrammen niedriger.
  • Mindestens etwa eine Sekunde Standzeit, damit kurze Einblendungen nicht nur aufblitzen.

Da mydubly pro Sprechabschnitt eine einzelne Zeile liefert, sollten Sie lange Blöcke prüfen. Ein Satz wie „Bevor wir mit der eigentlichen Installation anfangen, schauen wir uns noch kurz die Systemvoraussetzungen an“ ist mit über hundert Zeichen zu lang für eine Zeile. Teilen Sie ihn an einer natürlichen Sinngrenze in zwei Zeilen oder in zwei Blöcke mit eigenen Zeiten. Programme wie Subtitle Edit zeigen Zeichen pro Sekunde direkt an und markieren zu schnelle Untertitel farbig.

Ausführlicher: Richtlinien für Untertitel-Timing (Englisch) und Lesbarkeit von Untertiteln (Englisch).

Typische Fehler korrigieren

Automatisch erstellte Untertitel sind ein Entwurf. Bevor Sie veröffentlichen, lohnt ein Durchgang mit Blick auf diese Punkte:

  • Eigennamen, Markennamen und Fachbegriffe, die die Spracherkennung nicht kennt.
  • „Das“ und „dass“, Groß- und Kleinschreibung bei Anredepronomen.
  • Zahlen: „zwanzig Prozent“ oder „20 Prozent“? Legen Sie eine Schreibweise fest.
  • Fehlende oder falsche Satzzeichen, die den Sinn verändern.
  • Stellen mit Musik oder Hintergrundgeräuschen, an denen die Erkennung danebenlag.

Bearbeiten können Sie die SRT-Datei in jedem Texteditor; bequemer ist ein Untertitelprogramm, das Video und Text nebeneinander zeigt. Speichern Sie dabei wieder in UTF-8, sonst werden aus Umlauten seltsame Zeichen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung bietet der Beitrag SRT-Datei bearbeiten (Englisch).

Was mydubly bei Untertiteln nicht abdeckt

  • Untertitel werden nicht ins Video eingebrannt. Sie erhalten immer eine separate Datei, wahlweise als SRT oder VTT.
  • Vorhandene Untertiteldateien können nicht hochgeladen oder übersetzt werden; mydubly arbeitet immer von der Tonspur aus.
  • Sprecher werden nicht gekennzeichnet, und Geräuschbeschreibungen wie [Musik] oder [Lachen] für barrierefreie Untertitel fügen Sie selbst ein.
  • Es gibt keinen eingebauten Editor; Korrekturen erfolgen in der heruntergeladenen Datei.

Für barrierefreie Untertitel in Unternehmen oder Behörden lohnt sich deshalb immer ein manueller Feinschliff nach den Vorgaben, die bei Ihnen gelten.

Häufige Fragen

Kann ich Untertitel kostenlos erstellen?

Ja, zum Beispiel mit den automatischen Untertiteln von YouTube oder durch manuelles Tippen in freien Programmen wie Subtitle Edit. Bei mydubly decken die 100 Gratis-Credits nach der Registrierung bis zu 100 Minuten Untertitel ab. Danach kostet jede angefangene Minute 1 Credit, mindestens 5 Credits pro Datei.

Welches Format haben die Untertitel von mydubly?

mydubly liefert Untertitel als SRT-Datei in UTF-8 mit BOM, mit einer Zeile pro Sprechabschnitt. Über die separate Schaltfläche „Download VTT“ laden Sie dieselben Untertitel auch als VTT-Datei herunter.

Wie lade ich eine SRT-Datei bei YouTube hoch?

Öffnen Sie in YouTube Studio den Bereich Untertitel, wählen Sie das Video und die Sprache und laden Sie die Datei mit der Option für Dateien mit Zeitangaben hoch. Danach kontrollieren Sie die Vorschau und veröffentlichen. Pro Sprache laden Sie eine eigene Datei hoch.

Wie lang darf eine Untertitelzeile sein?

Verbreitete Richtwerte liegen bei etwa 37 bis 42 Zeichen pro Zeile und höchstens zwei Zeilen pro Einblendung. Auf dem Smartphone im Hochformat sollten Zeilen eher kürzer sein. Lange Blöcke teilen Sie an natürlichen Sinngrenzen.

Kann mydubly Untertitel direkt ins Video einbrennen?

Nein. Sie erhalten die Untertitel als separate SRT-Datei. Fest ins Bild bringen Sie sie mit einem Schnittprogramm wie Premiere Pro oder DaVinci Resolve oder mit einem Konvertierungsprogramm.

Erkennt mydubly automatisch, in welcher Sprache gesprochen wird?

Ja, die Sprache wird automatisch erkannt; eine manuelle Auswahl der Ausgangssprache gibt es nicht. Wenn im Video mehrere Sprachen gemischt werden, transkribiert mydubly sie so, wie sie gehört werden, aber nicht fehlerfrei. Solche Stellen sollten Sie besonders sorgfältig prüfen.