Spur oder eingebrannt: der entscheidende Unterschied
Bevor Sie ein Programm öffnen, sollten Sie wissen, was Sie eigentlich wollen. Im Deutschen wird alles „Untertitel einfügen“ genannt, technisch sind es aber zwei grundverschiedene Dinge.
- Zuschaltbare Untertitel
- Der Text liegt als eigene Spur oder Datei vor; Zuschauer können ihn ein- und ausblenden, mehrere Sprachen sind möglich, das Bild bleibt unverändert
- Eingebrannte Untertitel
- Der Text wird Teil des Bildes; er ist überall sichtbar, auch in Apps ohne Untertitelfunktion, lässt sich aber nicht mehr abschalten oder korrigieren
- Aufwand
- Spur: schnell, ohne Neuberechnung des Videos; Einbrennen: das Video wird neu kodiert, was dauert und minimal Qualität kosten kann
Im englischen Sprachraum spricht man von Closed Captions und Open Captions, im Fachjargon auch von Softsubs und Hardsubs. Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie im Beitrag eingebettete Untertitel oder separate SRT-Datei (Englisch).
Weg 1: SRT-Datei neben das Video legen
Der einfachste Weg erfordert gar keine Bearbeitung. Viele Player suchen automatisch nach einer Untertiteldatei mit demselben Namen wie das Video.
- Legen Sie Video und SRT-Datei in denselben Ordner.
- Benennen Sie beide gleich, nur die Endung unterscheidet sich, also zum Beispiel „Sommerfest_2026.mp4“ und „Sommerfest_2026.srt“.
- Öffnen Sie das Video in VLC oder PotPlayer. Die Untertitel erscheinen in der Regel sofort.
Klappt das nicht, laden Sie die Datei in VLC manuell über das Menü „Untertitel“ und den Eintrag zum Hinzufügen einer Untertiteldatei. Auch viele Smart-TVs und Mediaplayer lesen SRT-Dateien von einem USB-Stick, wenn die Namen übereinstimmen; ob Ihr Gerät das kann, steht im Handbuch.
Der Nachteil: Wer das Video weitergibt, muss die SRT-Datei mitschicken. Für einen Videoabend oder die eigene Archivsammlung ist das völlig ausreichend, für die Weitergabe an Kunden eher unpraktisch.
Weg 2: Untertitelspur in die Videodatei packen
Moderne Videocontainer können neben Bild und Ton auch Untertitelspuren enthalten. Das Video bleibt dabei unverändert, es wird nichts neu berechnet, sondern nur neu verpackt. Fachleute nennen das Muxen.
MKV ist für diesen Zweck besonders flexibel: Es nimmt SRT-Spuren direkt auf, auch mehrere Sprachen in einer Datei, jeweils mit Sprachkennung. Das kostenlose MKVToolNix erledigt das über eine grafische Oberfläche: Video hinzufügen, SRT hinzufügen, Sprache der Spur festlegen, Multiplexen starten. Der Haken: Nicht jedes Gerät spielt MKV ab, vor allem Apple-Geräte und manche Präsentationssoftware tun sich damit schwer.
MP4 ist kompatibler, nimmt SRT aber nicht direkt auf. Die Untertitel werden dabei in ein MP4-eigenes Textformat umgewandelt. Mit dem Kommandozeilenwerkzeug ffmpeg geht das in einem Schritt, ebenfalls ohne das Bild neu zu berechnen.
ffmpeg -i vortrag.mp4 -i vortrag.srt -c copy -c:s mov_text -metadata:s:s:0 language=ger vortrag_mit_untertiteln.mp4 – Video und Ton werden unverändert kopiert, die Untertitel als deutsche Spur ergänzt. Im Player schalten Sie sie über das Untertitelmenü ein.
Ob eine eingebettete MP4-Untertitelspur angezeigt wird, hängt vom Player ab. VLC zeigt sie zuverlässig, andere Player blenden sie manchmal erst nach manueller Auswahl ein. Mehr zu den Unterschieden der Container lesen Sie im Vergleich MKV oder MP4 (Englisch).
Weg 3: Untertitel fest einbrennen
Eingebrannte Untertitel sind die robusteste Lösung, denn sie funktionieren überall: in Messenger-Apps, auf Infobildschirmen im Foyer, in Social-Media-Feeds, die stumm abspielen, oder auf dem Beamer im Seminarraum, wo niemand nach dem Untertitelmenü sucht.
Typische Werkzeuge:
- Premiere Pro und DaVinci Resolve: SRT importieren, als Untertitelspur auf die Timeline legen, Schrift und Position gestalten und beim Export die Option wählen, die Untertitel ins Bild zu rendern.
- HandBrake: Im Untertitel-Reiter eine SRT-Datei importieren und die Option zum Einbrennen aktivieren. Das kostenlose Programm ist eine gute Wahl, wenn Sie kein Schnittprogramm nutzen.
- ffmpeg: Mit dem Untertitelfilter, etwa ffmpeg -i clip.mp4 -vf subtitles=clip.srt clip_untertitelt.mp4. Hier wird das Video neu kodiert.
Achten Sie beim Einbrennen auf Lesbarkeit: ausreichend große serifenlose Schrift, ein dezenter Schatten oder halbtransparenter Hintergrund und genug Abstand zum unteren Bildrand, damit Bedienelemente von Apps den Text nicht verdecken. Einmal eingebrannt, lässt sich ein Tippfehler nur durch erneutes Exportieren beheben. Korrigieren Sie die SRT-Datei also vorher gründlich.
Welcher Weg für welche Plattform?
- YouTube: Laden Sie die SRT-Datei separat in YouTube Studio hoch. Einbrennen ist unnötig und verhindert, dass Zuschauer die Untertitel ausblenden oder eine andere Sprache wählen.
- Eigene Website oder Lernplattform: Hängt vom Videoplayer ab. Viele Webplayer erwarten VTT statt SRT; dann wandeln Sie die Datei vorher um.
- Kurzvideo-Apps: Wenn die Plattform keinen Upload von Untertiteldateien anbietet, sind eingebrannte Untertitel die verlässliche Wahl. Prüfen Sie in der jeweiligen App, welche Optionen es aktuell gibt.
- Messenger und E-Mail-Anhang: Eingebrannt, denn auf dem Smartphone des Empfängers gibt es kein Untertitelmenü.
- Archiv und private Sammlung: Separate SRT-Datei oder MKV mit mehreren Spuren, so bleibt alles änderbar.
- Präsentation im Meeting: Eingebrannt oder MP4 mit Spur, nachdem Sie die Wiedergabe auf dem Präsentationsrechner getestet haben.
Hintergrund zu den Begriffen liefert der Beitrag über offene und geschlossene Untertitel (Englisch).
Woher die SRT-Datei kommt und was mydubly dabei übernimmt
Falls Sie noch keine SRT-Datei haben, können Sie sie mit mydubly aus der Tonspur erzeugen: Video in „Drop a video here“ ziehen, „Full translation output“ ausgeschaltet lassen, unter „Select language“ die gesprochene Sprache wählen, auf „Transcribe video“ klicken und über „Download subtitles“ die Datei subtitles.srt herunterladen. Die Untertitel kommen dann unübersetzt zurück. Wählen Sie unter „Select language“ eine andere Sprache, erhalten Sie die Untertitel übersetzt, zum Beispiel ein englisches Video mit deutschen Untertiteln. Die Datei ist UTF-8 mit BOM kodiert, sodass Umlaute in den oben genannten Programmen korrekt erscheinen. Wie das im Detail funktioniert, erklärt die Anleitung Untertitel erstellen, und die Seite Untertitel-Generator (Englisch) zeigt den Funktionsumfang.
Wichtig für dieses Thema: mydubly brennt keine Untertitel ins Bild ein. Sie erhalten die Untertitel immer als separate Datei (SRT oder VTT), und das Einbinden oder Einbrennen erledigen Sie mit einem der oben beschriebenen Wege. Außerdem lassen sich bestehende SRT-Dateien nicht in mydubly hochladen, um sie etwa zu übersetzen; das Programm erstellt Untertitel immer neu aus dem Gesprochenen. Erwartet Ihr Webplayer VTT, laden Sie die Untertitel einfach über „Download VTT“ herunter.
Ein Imagefilm von 4 Minuten 20 Sekunden wird als 5 angefangene Minuten abgerechnet. Deutsche Untertitel kosten 5 Credits, ein zweiter Durchlauf mit „Select language“ auf English weitere 5 Credits. Beide SRT-Dateien packen Sie anschließend als zwei Spuren in eine MKV-Datei oder laden sie getrennt bei YouTube hoch.
Wenn die Untertitel nicht erscheinen oder falsch aussehen
- Seltsame Zeichen statt Umlauten: Die Datei wurde in einer anderen Kodierung gespeichert. Öffnen Sie sie in einem Editor und speichern Sie sie als UTF-8. Mehr dazu im Beitrag zu Untertiteln mit seltsamen Zeichen (Englisch).
- Untertitel laufen zu früh oder zu spät: Häufig wurde das Video nach dem Erstellen der Untertitel geschnitten. In Subtitle Edit verschieben Sie alle Zeiten um einen festen Wert.
- Player zeigt nichts an: Dateinamen vergleichen, Untertitelspur im Menü aktivieren, gegebenenfalls einen anderen Player testen.
- Eingebettete Spur fehlt nach dem Export: Manche Schnittprogramme übernehmen Untertitelspuren nur, wenn Sie das beim Export ausdrücklich auswählen.
- Untertitel verdecken wichtige Bildinhalte: Beim Einbrennen die Position anpassen, bei Spuren entscheidet der Player.
Weitere Ursachen sammelt der Ratgeber SRT-Datei funktioniert nicht (Englisch).
Häufige Fragen
Wie füge ich eine SRT-Datei dauerhaft in ein Video ein?
Dauerhaft heißt eingebrannt: Sie importieren die SRT-Datei in ein Schnittprogramm wie Premiere Pro oder DaVinci Resolve oder in HandBrake und exportieren das Video mit ins Bild gerenderten Untertiteln. Danach sind die Untertitel überall sichtbar, aber nicht mehr abschaltbar.
Kann ich eine SRT-Datei in eine MP4 einbetten, ohne das Video neu zu rendern?
Ja. Mit ffmpeg lässt sich die SRT-Datei als Untertitelspur in die MP4 packen, während Bild und Ton nur kopiert werden. Ob die Spur angezeigt wird, hängt vom Player ab; VLC zeigt sie zuverlässig an.
Warum zeigt VLC meine Untertitel nicht an?
Meist stimmen die Dateinamen von Video und SRT nicht genau überein, oder die Datei liegt in einem anderen Ordner. Laden Sie die SRT dann manuell über das Untertitelmenü. Erscheinen nur kryptische Zeichen, speichern Sie die Datei in UTF-8.
Brennt mydubly die Untertitel direkt ins Video ein?
Nein. mydubly liefert Untertitel als separate SRT-Datei. Das Einbinden als Spur oder das Einbrennen erledigen Sie mit einem Player, MKVToolNix, HandBrake, ffmpeg oder einem Schnittprogramm.
MKV oder MP4: Welcher Container ist besser für Untertitel?
Das hängt vom Einsatzzweck ab. MKV nimmt SRT direkt und auch mehrere Sprachen bequem auf, wird aber nicht von allen Geräten abgespielt. MP4 läuft fast überall, die Untertitelspur wird jedoch nicht von jedem Player angezeigt.
Brauche ich für YouTube eingebrannte Untertitel?
Nein. Bei YouTube laden Sie die SRT-Datei separat hoch. So können Zuschauer die Untertitel ein- und ausschalten, und Sie können weitere Sprachen ergänzen, ohne das Video neu hochzuladen.
