Video komprimieren in fünf Schritten
Das Werkzeug oben hat eine englische Oberfläche. Die Schritte nennen deshalb die Beschriftungen, die Sie auf dem Bildschirm sehen.
- Ziehen Sie die Datei auf „Drop a video here“ oder klicken Sie in das Feld. MP4, MOV, M4V, WebM und MKV werden gelesen; angezeigt werden danach Größe, Länge, Bildgröße mit Bildrate und die Codecs.
- Wählen Sie eine Zielgröße: 8, 10, 25, 50 oder 100 MB als Schaltfläche, oder tippen Sie eine ganze Zahl in „Or a size in MB“. Beim Öffnen ist bereits ein Wert vorgewählt, der kleiner ist als Ihre Datei; ändern Sie ihn auf das, was Ihr Ziel tatsächlich verlangt.
- Lesen Sie den Plan unter den Einstellungen. Er nennt die neue Bildgröße, die Bitrate für Bild und Ton und die voraussichtliche Dateigröße, dazu einen Hinweis, falls Auflösung oder Bildrate gesenkt werden.
- Klicken Sie auf „Compress video“ und lassen Sie den Tab offen. Der Fortschritt läuft in Prozent, „Cancel“ bricht ab.
- Vergleichen Sie im Ergebnis die neue Größe mit dem Wert unter „Before“, sehen Sie sich die Vorschau an und speichern Sie das MP4 mit „Download“.
Liegt das Ergebnis doch über Ihrer Grenze, erscheint „Try again 20% smaller“: Ein Klick startet denselben Auftrag mit einem um ein Fünftel kleineren Budget. Ist das Original schon kleiner als die gewählte Größe, sagt der Plan das, und Sie sparen sich den Durchlauf.
So rechnet das Werkzeug
Eine Videodatei ist so groß wie ihre Bitrate mal ihre Länge. Das Werkzeug dreht diese Rechnung um: Es teilt Ihre Zielgröße durch die Dauer und weiß dann, wie viele Bits jede Sekunde bekommen darf. Ein MB zählt dabei als 1.000.000 Byte, so wie Anbieter ihre Grenzen meist angeben. Ein kleiner Teil bleibt als Reserve für den Container und für Szenen, in denen der Encoder über das Ziel hinausschießt.
Vom Rest bekommt zuerst der Ton seinen Anteil: grob ein Zehntel, mindestens 48 und höchstens 128 kbit/s, bei sehr knappen Budgets nur 32 kbit/s. Er bleibt also erhalten und wird neu in AAC kodiert. Alles Übrige geht ans Bild. Reicht das nicht für die volle Auflösung, steigt das Werkzeug eine Leiter hinab (2160p, 1440p, 1080p, 720p, 540p, 480p, 360p, 240p), bis jedes Einzelbild genug Daten für ein sauberes Ergebnis hat. Videos mit 60 Bildern pro Sekunde werden bei knappem Budget auf 30 gesetzt. Hochskaliert wird nie.
Für Bild und Ton bleiben rund 990 kbit/s. Der Ton erhält 96 kbit/s, das Bild knapp 900 kbit/s. Für 1080p ist das zu wenig, deshalb plant das Werkzeug 960×540 und erwartet eine Datei von etwa 23 MB.
Bleibt selbst auf der untersten Stufe zu wenig übrig, meldet der Plan, dass die Zielgröße für diese Länge zu klein ist, und „Compress video“ bleibt gesperrt. Dann hilft nur eine größere Zielgröße oder ein kürzeres Video: Mit dem Werkzeug zum Video kürzen (Englisch) behalten Sie den wichtigen Teil, ohne ihn neu zu kodieren, und komprimieren danach nur diesen.
E-Mail-Anhang: Gmail, Outlook und der Base64-Aufschlag
Die Grenzen der großen Anbieter, wie sie in deren eigenen Hilfeseiten stehen (geprüft im Oktober 2026):
- Gmail, privates Konto
- 25 MB für alle Anhänge einer Nachricht zusammen; größere Dateien fügt Gmail automatisch als Google-Drive-Link ein
- Outlook.com
- 25 MB laut Microsofts Seite zu den Sendelimits von Outlook.com
- Outlook-App mit Internetkonto wie Outlook.com oder Gmail
- 20 MB, Nachrichtentext eingerechnet
- Outlook-App mit Exchange-Konto im Unternehmen
- 10 MB als Voreinstellung, die IT-Abteilung kann das ändern
Microsofts Seiten widersprechen sich also: 25 MB für Outlook.com im Browser, 20 MB, sobald Sie über die Outlook-App senden. Für GMX, WEB.DE, T-Online und Firmenserver nennen wir keine Zahlen, weil wir sie nicht in deren offizieller Hilfe geprüft haben; schauen Sie dort nach.
Wichtiger als die Schlagzahl ist der Weg der Datei. Ein Anhang wird vor dem Versand in Base64-Text umgewandelt und wächst dabei um etwa ein Drittel. Google misst nach eigenen Angaben vor dieser Umwandlung, der Server beim Empfänger womöglich danach. Tippen Sie für eine 25-MB-Grenze deshalb 18 in „Or a size in MB“, für ein Exchange-Konto mit 10 MB eher 7. Mehr Hintergrund und eigene Voreinstellungen bietet die englische Seite Video für E-Mail komprimieren (Englisch).
WhatsApp: 64 oder 100 MB statt der alten 16 MB
Viele Ratgeber nennen noch 16 MB. Der Hilfeartikel von WhatsApp zum Senden von Medien gibt inzwischen andere Werte an:
- Video im Chat, schnelle Verbindung
- 100 MB, standardmäßig 720p
- Video im Chat, langsame Verbindung
- 64 MB, standardmäßig 480p
- Status-Video
- höchstens 90 Sekunden
- Video als Dokument
- bis 2 GB
Weil Sie unterwegs nicht wissen, wie schnell die Verbindung beim Senden ist, ist 60 MB die sichere Wahl; tippen Sie die Zahl in das Feld. Ein Video, das schon unter 64 MB liegt, müssen Sie nicht anfassen. Und wer die volle Qualität beim Empfänger haben will, schickt die Datei als Dokument, dann entfällt das Komprimieren ganz. Weitere Details stehen auf der englischen Seite Video für WhatsApp komprimieren (Englisch).
Welche Qualität Sie erwarten können
Ob ein komprimiertes Video gut aussieht, hängt mehr vom Inhalt ab als von der Länge. Ein Vortrag vor ruhigem Hintergrund oder eine Folienpräsentation verkraftet ein kleines Budget gut. Ein Fußballspiel der F-Jugend, gefilmt vom Spielfeldrand mit Schwenks und Zoom, braucht bei gleicher Größe viel mehr Daten und wirkt schneller verwaschen. Kleine Schrift in Bildschirmaufnahmen wird unleserlich, sobald die Auflösung unter die Aufnahmegröße fällt.
„Ohne Qualitätsverlust“ gibt es beim Neukodieren nicht: Eine niedrigere Bitrate verwirft immer Details, bei großzügiger Zielgröße fällt das nur kaum auf. Verlustfrei kleiner wird eine Datei nur, wenn etwas wegfällt, etwa ein Stück der Länge oder die Tonspur, die das Werkzeug Video stummschalten (Englisch) ohne Neukodierung entfernt.
Vier Minuten in 1080p, Zielgröße 7 MB. Für alles bleiben gut 200 kbit/s, der Ton fällt auf 32 kbit/s, das Bild auf 240p. Gesichter auf der Bühne sind dann nur noch Flecken; ein Link aus der Schulcloud oder zwei kürzere Ausschnitte sind hier die bessere Lösung.
90 Sekunden in 4K vom Smartphone, Zielgröße 50 MB. Das Bild erhält gut 3.800 kbit/s, der Plan landet bei 1920×1080, und die Datei wird voraussichtlich rund 46 MB groß. Auf einem Laptop-Bildschirm ist kaum ein Unterschied zu sehen.
Was im Browser passiert
Das Werkzeug liest die Datei im Browser-Tab, dekodiert jedes Bild und kodiert es mit der WebCodecs-Schnittstelle des Browsers neu. Hochgeladen wird dabei nichts. Das Ergebnis ist ein MP4 mit H.264, wenn Ihr Browser das bei dieser Größe kodieren kann, sonst mit einem anderen Codec, den er beherrscht. Große Ergebnisse schreibt der Browser in seinen privaten Speicher, sofern er einen anbietet, sonst entstehen sie im Arbeitsspeicher; wäre die Datei dafür zu groß, sagt das Werkzeug Bescheid.
Neukodieren braucht einen Browser mit WebCodecs-Videokodierung: aktuelles Chrome oder Edge, Safari ab 16.4 oder Firefox ab 130 auf einem Computer. Die Dauer hängt allein von Ihrem Gerät ab: Ein kurzer Handyclip ist schnell fertig, eine lange 4K-Aufnahme auf einem älteren Laptop kann länger brauchen, als das Video läuft.
Danach: Untertitel oder Übersetzung
Soll das Video stumm verständlich sein, etwa im Chat, fügen Sie vor dem Komprimieren Untertitel hinzu; die Anleitung Untertitel zu Video hinzufügen zeigt, wie das im Browser geht. Für eine Übersetzung müssen Sie nicht vorher verkleinern: Der Video-Übersetzer (Englisch) öffnet die Originaldatei im Browser und lädt für die KI-Arbeit nur die Tonspur hoch.
Häufige Fragen
Wie klein kann ich ein Video komprimieren?
Das hängt von der Länge ab, denn jede Sekunde braucht ein Mindestmaß an Daten. Wird die Zielgröße dafür zu klein, warnt der Plan und der Startknopf bleibt gesperrt; kürzen Sie dann das Video oder wählen Sie mehr MB.
Warum hat das Ergebnis eine niedrigere Auflösung als das Original?
Weil die Zielgröße zu wenig Daten für die volle Auflösung lässt und das Bild sonst blockig würde. Das Werkzeug wählt die höchste Stufe, die bei diesem Budget noch sauber aussieht, und zeigt sie vor dem Start im Plan.
Kann ich ein Video ohne Qualitätsverlust komprimieren?
Nicht durch Neukodieren; dabei gehen immer Details verloren, bei großzügiger Zielgröße fällt das kaum auf. Verlustfrei kleiner wird eine Datei nur durch Kürzen oder durch Entfernen der Tonspur.
Welche Größe wähle ich für einen Gmail-Anhang?
Etwa 18 MB. Gmail erlaubt 25 MB, doch der Anhang wächst beim Versand um rund ein Drittel, und der Server des Empfängers misst womöglich die größere Fassung.
Gilt bei WhatsApp noch die Grenze von 16 MB?
Im aktuellen Hilfeartikel von WhatsApp steht sie nicht mehr: genannt werden 100 MB bei schneller und 64 MB bei langsamer Verbindung, als Dokument bis 2 GB.
Kann ich mehrere Videos auf einmal komprimieren?
Nein, das Werkzeug bearbeitet eine Datei nach der anderen. Laden Sie das fertige MP4 herunter und wählen Sie dann mit „Choose another video“ die nächste Datei.
